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Auf jeden Fall die Wahrheit sagen

MamainKur

Eva Jensen ist mit ihrer Kraft am Ende und braucht dringend eine Kur. Wie soll sie Jan (fünf Jahre) und Paula (drei Jahre) erklären, dass sie für eine Weile weg ist und eine fremde Person sich um die Kinder kümmern wird? „Auf jeden Fall die Wahrheit sagen", meint Dr. Fabienne Becker-Stoll, Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München.

Auch kleine Kinder wie die von Eva Jensen verstehen, dass die Mutter vom Geld verdienen und der vielen Arbeit zu Hause müde geworden ist und nun eine Erholung braucht. Sicher werden sie über die Trennung traurig sein und dieses Gefühl muss ernst genommen werden.

Wird ihnen die Wahrheit jedoch vorenthalten, spüren Kinder, dass etwas nicht stimmt. Sie können dieses Gefühl aber nicht zuordnen. Das lässt sie an ihrer Wahrnehmung zweifeln und untergräbt auf die Dauer ihr Selbstbewusstsein. Werden sie öfter mit Schwindeleien abgespeist, verlieren sie zudem ihr Vertrauen zu den Erwachsenen. Das gilt für kleine Unwahrheiten (ein Versprechen wird nicht eingehalten) wie für große (der nahe Tod der Oma wird geleugnet). „Was Angst macht sind Unklarheit, Unwissen, nicht verstehen können", so Fabienne Becker-Stoll. Wer einem Kind die Wahrheit nicht zumuten will, nimmt es auch nicht erst.

Wichtig ist allerdings: Erklärungen müssen dem Alter entsprechend verständlich sein. Ebenso wichtig: Die Kinder dürfen nicht den Eindruck bekommen, sie wären an etwas schuld – zum Beispiel an der an der Erschöpfung der Mutter.

Text: Ingrid Leifgen

Foto:Kathrin Becker

Mehr zum Thema

Irmela Wiemann: Wie viel Wahrheit braucht mein Kind?, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011,
9,99 €

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