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Erst ältere Kinder verstehen Sprachwitz

Ironie

„Ich bin schon dreieinhalb! Cool, oder?", sagt Philipp und wirft sich stolz in die Brust. „Na klar", antwortet der Vater mit hoch gezogenen Augenbrauen und ironischem Unterton, „du bist der Größte!"

Philipp schaut verdutzt zu seinem Vater hoch. Natürlich weiß er, dass er nicht der Größte ist. Was hat der Papa bloß sagen wollen? „Ironie versteht ein Kind meist erst, wenn es auf der weiterführenden Schule ist“, erklärt Dorothee Roeb,Kinder- und Jugendtherapeutin aus Aachen. „Ironie bewirkt eine Irritation“, sagt sie. „Das Kind kann sie nicht durchschauen, aber es merkt: Da stimmt etwas nicht.“ Kleine Kinder vertrauen darauf, dass die Erwachsenen meinen, was sie sagen. Außerdem können sie das Gesagte nur auf der einfachen Ebene der Wörter und Sätze verstehen. Wenn etwas Anderes oder sogar das Gegenteil gemeint ist, sind sie überfordert. Deshalb finden sie ironische Bemerkungen auch nicht witzig. Erst ungefähr ab zehn, elf Jahren kommen die meisten Kinder dahinter, dass Sprache eine doppelte Bedeutung haben kann, und fangen selbst an, damit zu experimentieren.

Erwachsene sollten nie ironisch mit jüngeren Kindern sprechen, weil die Kleinen merken, dass sie nicht verstehen können, worum es geht. Das verwirrt sie und – was noch schlimmer ist – es beschämt sie. Sie fühlen sich dumm und lächerlich. Passiert ihnen das häufiger, bekommt ihr Selbstwertgefühl auf die Dauer einen Knacks.

Text: Ingrid Leifgen

Grafik: Sabine Schleiden-Hecking 

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Charmaine Liebertz: Das Schatzbuch des Lachens, Grundlagen, Methoden und Spiele für eine Erziehung mit Herz und Humor, Verlag Don Bosco Medien 2009, 19,95 €

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